Fränkisches Freilandmuseum Fladungen

mit dem Rhön-Zügle

Fränkisches Freilandmuseum blickt auf ereignisreiche Saison zurück / Vorbereitungen für 2013 laufen auf Hochtouren / Von Winterschlaf weit entfernt

Böser Wolf und flotte Bienen hinter historischen Mauern

Buntes Treiben herrschte auch in diesem Jahr im Fränkischen Freilandmuseum in Fladungen. So bildete das Museumsgelände den Schauplatz für Dreharbeiten, Ausstellungen, Konzerte und Kinoabende. Attraktionen wie das „neue“ Bienenhaus sowie das beliebte Rhön-Zügle zogen erneut Zehntausende Besucher an. Während der Winterpause bereitet das Museums-Team auf Hochtouren die Saison 2013 vor.  

„Wir blicken auf eine überaus passable Saison zurück“, konstatiert Museumsleiterin Dr. Sabine Fechter zufrieden. Rund 55.500 Besuchern sind von April bis November 2012 auf das Gelände geströmt, dies entspricht dem Niveau vergleichbarer Vorjahre. Mit dem Rhön-Zügle haben 3.900 Personen an zwölf Terminen die Langsamkeit des Reisens entdeckt. 

Weihnachten auf der Mattscheibe

Die Dreharbeiten zum Film „Rotkäppchen“ zählten zu den Saisonhöhepunkten im Fränkischen Freilandmuseum Fladungen. Foto Tonya Schulz

Zu den Höhepunkten des Museumsjahres zählten die Filmarbeiten zu „Rotkäppchen“, der am ersten Weihnachtsfeiertag von der ARD ausgestrahlt wird. Mehrere Tage hatte das Filmteam in den historischen Gebäuden die Geschichte vom kleinen Mädchen und dem bösen Wolf in Szene gesetzt. „Es war eine einmalige Erfahrung für alle Museumsmitarbeiter, Dreharbeiten hautnah mitzuerleben“, erzählt Sabine Fechter. Doch man habe auch am eigenen Leib erfahren, wie aufwändig und arbeitsintensiv solche Produktionen sind. 

Summ, summ, summ

Auch dieses Jahr summt und brummt es wieder im Freilandmuseum, damit ist die Zahl der „Dorfbewohner“ gleich um mehrere Tausend nach oben geschnellt. Eine Schausammlung zur historischen Bienenhaltung im neueröffneten „alten“ Bienenhaus und Kurse des Kreisverbands Imker Rhön-Grabfeld verraten die Geheimnisse der Honigproduzenten. Besonders gefragt waren Kurse wie "Imkern auf Probe" oder „Schnupperimkern für Frauen". Aktionstage für Schulklassen, die vom Museumsmitarbeiter und Hobbyimker Joachim Werner abgehalten wurden, bereicherten zusätzlich das Veranstaltungsangebot „rund um die Imkerei“.

Kinofilme unter freiem Himmel

Bereits zum zehnten Mal flimmerten in diesem Jahr im Rahmen der beliebten Kinoabende unterhaltsame Filme über die Leinwand. Passend zum diesjährigen Saisonmotto "Gestatten, Guter Heinrich - Pflanzen und Tiere im Museum" waren die Streifen auf das Thema Natur, Gärten und Gartenliebhaber ausgerichtet.

Auf Schlaghose und Plattenteller folgt Prunk und Protz

Als Publikumsmagnet erwies sich die Sonderausstellung "Umbruchzeit. Die 1960er und 70er Jahre auf dem Land". Neben der Ausstellung mit Alltagsgegenständen aus der Zeit von Flower Power bildete eine Modenschau mit Originalkleidung den Höhepunkt zu diesem Thema. Als krönenden Abschluss rund um die wilden Sechziger und Siebziger lud das Fränkische Freilandmuseum im November zur gut besuchten Plattenparty ins Museumswirtshaus „Zum Schwarzen Adler". Bei Musik abseits vom Mainstream tobten sich Jung und Alt wie in den damaligen Szenediscos aus. 

Abgelöst wird derzeit im Abbau befindliche Ausstellung in der Saison 2013 durch die Sonderwanderschau "Prunk, Pracht, Protz - Luxus auf dem Land". Von April bis August schwelgt das Freilandmuseum in sämtlichen Facetten des ländlichen Luxus aus den Bereichen Haus und Wohnen, Kleidung, Schmuck, Speisen und Getränke. 

Viel Rauch um den Kohlenmeiler 

Besonderer Höhepunkt im Oktober war der Aufbau und Betrieb eines echten Kohlenmeilers, der Tag und Nacht vom Köhlerverein Mengersgereuth-Hämmern aus Thüringen bewacht wurde und dabei auch ordentlich rauchte. Die Besucher verfolgten fasziniert mit, wie die versierten Hobbyköhler innerhalb einer Woche stolze 530 kg Holzkohle gewannen. Ein Erlebnis, das nur selten zu sehen ist. Denn die Köhlerei beherrschen nur noch ganz wenige Personen, sie wird fast ausschließlich in Vereinen zur Traditionspflege, aber nicht mehr gewerblich betrieben.

Hof für Jung und Alt nun mit Garten, Büttnerei im Aufbau

Von wegen Winterschlaf: Im Fränkischen Freilandmuseum Fladungen wird in den kommenden Monaten emsig gehämmert, gebohrt, renoviert und alles blitzblank poliert. Wenn das historische Dorf im April 2013 wieder seine Pforten öffnet, erstrahlen die liebevoll erhaltenen Anwesen wieder in neuem Glanz. Foto Eva Wienröder Neben seiner Vielzahl an Veranstaltungen hat sich das Freilandmuseum der Pflege und dem Ausbau seines Bestands gewidmet. „Um unsere Hofstellen in einem solch attraktiven Zustand zu erhalten, ist rund ums Jahr viel, viel Arbeit notwendig“, erläutert Sabine Fechter. Kontinuierlich klopfen, hämmern, reparieren und renovieren die Mitarbeiter an den Museumshäusern. Selbstverständlich werden auch die Gärten, der Baumbestand und Freiflächen beständig gepflegt. Insbesondere im Winter, wenn das Museum geschlossen ist, laufen die Renovierungs- und Reinigungsarbeiten auf Hochtouren und die Häuser werden winterfest gemacht, um das wertvolle Erbe für die nächsten Generationen zu bewahren. 

Sicher verwahrt wird auch das wertvollste Sammelgut des Fladunger Freilandmuseums ab Mai kommenden Jahres in einem neuen Schaudepot, das mit modernster Klima- und Lagertechnik ausgestattet ist. Herrscher über das 600 Quadratmeter große Reich ist der wissenschaftliche Mitarbeiter des Museums, Heinrich Hacker. 

Vervollständigt wurde noch der „Hof für Jung und Alt“ gegen Ende der Saison: Das Anwesen aus Leutershausen hat nun noch einen Garten mit zeittypischer Einzäunung erhalten, der auch wieder nächstes Jahr zum Anfassen und Mitmachen einladen wird. 

Als neueste Attraktion entsteht derzeit in Fladungen eine Büttnerei. In anspruchsvoller Detailarbeit wird das historische Gebäude im ca. 70 Kilometer entfernten Sulzthal abgebaut und in Fladungen mitsamt der Werkstatt wieder rekonstruiert. Besucher können damit einmal anschaulich nachvollziehen, wie das fast ausgestorbene Handwerk der Fassbinderei ausgeübt wurde. 

Qualität mit Brief und Siegel 

Mit Brief und Siegel wurde das Fränkische Freilandmuseum Fladungen soeben für seine hohe Servicequalität ausgezeichnet. Das markante „Q“ am Eingang zeigt Besuchern nun, dass sie hier ein hochwertiges Angebot erwartet. Foto Eva Wienröder Welch hochwertiges Angebot das Fränkische Freilandmuseum in Fladungen bietet, beweist das soeben verliehene Siegel „Service Qualität Deutschland“. Das markante „Q“ prangt nun am Eingang des Freilandmuseums, ebenso wie bei rund 3.800 anderen touristischen Betrieben in Deutschland auch. Das branchenübergreifende Qualitätsmanagement-System dient der kontinuierlichen Verbesserung und Weiterentwicklung der Dienstleistungsqualität. „Die Auszeichnung zeigt, dass der Servicegedanke im Haus großgeschrieben wird und ihm die Wünsche und Bedürfnisse des Besuchers wichtig sind“, betonte Susanne Orf. 

Emsig arbeitet das Team der Museumsleitung bereits am Programm 2013. Neben den bereits erwähnten Ausstellungen und neuen Attraktionen stehen neue Forschungsprojekte ins Haus. Ebenso will die Museumspädagogin Anne Kraft Führungen und Aktionsprogramme durch eine noch intensivere Zusammenarbeit mit Vereinen, Institutionen, VHS, sowie der Umweltbildungsstätte Rhöniversum bereichern. 

Website auf neuestem Stand 

Rund um die Angebote und Attraktionen des Fränkischen Freilandmuseums Fladungen informiert die neu gestaltete Homepage. Übersichtlich und nutzerfreundlich macht sie Lust darauf, das Museumsdorf auch im kommenden Jahr häufig zu besuchen. Besonders preiswert sind die Reisen in die Vergangenheit mit der Saisonkarte 2013, die schon jetzt erhältlich ist. Weitere Informationen unter Tel. 09778 91 23 0 oder unter www.freilandmuseum-fladungen.de.

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