Fränkisches Freilandmuseum Fladungen

mit dem Rhön-Zügle

14.09.2012

Aktionen und Praxisseminare zur Konservierung von Lebensmitteln.

„Hordenweise" Zwetschgen und Äpfel gedörrt

Von Dienstag, 18. bis Freitag, 21. September können Besucher des Fränkischen Freilandmuseums Fladungen miterleben, wie im 1860 erbauten Dörrhäuschen aus Rothausen Zwetschgen und Äpfel gedörrt werden.

Die Äpfel- und Zwetschgenbäume auf den Streuobstwiesen des Freilandmuseums sind abgeerntet und es wird Zeit, die Ernte für den langen Winter haltbar zu machen.

Den Auftakt bildet das „Dörren im historischen Dörrhäuschen aus Rothausen" vom 18. bis 21. September. Nach den vorbereitenden Arbeiten werden die Früchte auf den geflochtenen Horden ausgebreitet und das Feuer im Dörrhäuschen entfacht. Sobald die Horden oberhalb des Feuerkanals eingeschoben sind beginnt der Trockenvorgang. Dieser dauert zwischen 30 und 48 Stunden. Dabei muss das Buchenholzfeuer ständig im Auge behalten werden. Am Freitag ist es voraussichtlich so weit. Dann werden die köstlich dampfenden Früchte aus dem Dörrhäuschen geholt und auf frische Tücher zum Abkühlen ausgebreitet. Unsere Vorfahren nutzten diese Methode der Konservierung für den Eigengebrauch und stellten somit ihre Versorgung mit Zucker und Vitaminen in der kalten Jahreszeit sicher.

Heutzutage ist diese traditionelle Art der Lebensmittelbevorratung wieder „im Trend." Früher standen Obstdörrhäuschen in der ortsnahen Dorfflur um die Brandgefahr, die von den primitiven heiztechnischen Anlagen dieser Häuschen ausging vom Dorf fernzuhalten. Bei diesem Verfahren bleiben die Inhaltsstoffe vollständig erhalten und das Aroma des Obstes wird beim Trocknen sogar noch intensiver. Im Winter wurden die Früchte dann wieder eingeweicht und als Beilage zu Süßspeisen wie Topfenstrudel oder Griespudding gereicht. Nachzulesen ist dies im Kochtagebuch der Rhöner Pfarrersköchin Josephine Antonia Hahner „Gesegnete Mahlzeit...", das im neuen Museumsladen erhältlich ist. Dort liegt auch die neueste Auflage des im Ulmer Verlag erschienenen Buches „Dörren" von Achim Samwald auf sowie eine ganze Reihe weiterer Titel, die sich mit herbstlichen Themen wie pökeln, Wurst machen, Pilze suchen und Konservieren beschäftigen.

Praxisseminare im Freilandmuseum

Speziell zum Herbst bietet das Fränkisches Freilandmuseum Fladungen in Kooperation mit der Vhs Rhön und Grabfeld drei Praxisseminare an.

Wer sich eingehender mit herkömmlichen Konservierungstechniken beschäftigen möchte, sollte sich den Termin am Sonntag, den 09.09. von 10:00 – 14:30 Uhr vormerken. Hauswirtschaftsmeisterin Eva Kalla zeigt in der „Landküche Herbst", wie die reiche Ernte aus dem herbstlichen Garten konserviert werden kann. Die Kursgebühr beträgt 20,-- € inkl. Museumseintritt zzügl. 5,-- € für das Material. Anmeldungen nimmt die Vhs Rhön und Grabfeld unter Tel. 09776-7090980 entgegen.

In die Pilze geht's am Samstag, den 29.09. von 14-17 Uhr. Bei einer Wanderung mit dem Pilzsachverständigen werden die einzelnen Pilzarten vor Ort erläutert. Am Freitag vorher wird von 19-21 Uhr die Theorie zu Grunde gelegt. Mitzubringen ist ein Spankorb. Die Kursgebühr beträgt 25,-- € inkl. Museumseintritt. Anmeldungen nimmt die Vhs Rhön und Grabfeld unter Tel. 09776-7090980 entgegen.

Um Milchverarbeitung dreht sich alles im Oktober. Am Samstag, den 20.10. wird von 13-16 Uhr „Käse und Quark einfach selbst gemacht". Der Kurs zeigt, was man alles aus 2 Litern handelsüblicher Frischmilch herstellen kann. Mitzubringen sind Geschirrtuch und kleine Behältnisse. Die Kursgebühr beträgt 27,-- € inkl. Museumseintritt und Material. Anmeldungen nimmt die Vhs Rhön und Grabfeld unter Tel. 09776-7090980 entgegen. 

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