Fränkisches Freilandmuseum Fladungen

mit dem Rhön-Zügle

18.06.2012

Fotoausstellung „Die Letzten ihrer Zunft. Altes Handwerk und seltene Berufe in Franken“ wird im Fränkischen Freilandmuseum Fladungen eröffnet.

Von „B“ wie Büchsenmacher bis „W“ wie Wachszieher

Ab Sonntag, 1. Juli wird in der Hofstelle aus Leutershausen des Fränkischen Freilandmuseums Fladungen die Fotoausstellung „Die Letzten ihrer Zunft. Altes Handwerk und seltene Berufe in Franken“ gezeigt. Holzrücker, Rechenmacher und Flussfischer – diese Bezeichnungen mögen in Zeiten von Controllern und Systemgastronomen antiquiert klingen, sie drücken jedoch eines aus: die Nähe von Mensch und Arbeit. Über Jahrhunderte tradiert, sind solche Berufe heute selten geworden. Die Berufsfotografen Tina Deininger und Gerhard Jaugstetter spüren sie auf: den Fassmacher aus Bad Staffelstein, die Korbflechter aus Lichtenfels oder die Hufschmiedin aus Wiesentheid. Die Fotoausstellung ist bis zum 12. August zu sehen. Es gilt der reguläre Museumseintritt.

„Wer feiert, sagt gern: „Ich mach ein Fass auf!“ Wer empört ist, schreibt: „Das schlägt dem Fass den Boden aus!“ Wer ein marodes Haus besitzt, stöhnt:“ Das ist ein Fass ohne Boden!“ So oft vom Holzfass gesprochen wird, so selten trifft man es als Alltagsgegenstand. Die Getränkeindustrie und die Gastronomie benutzen heute fast ausschließlich Kunststoff- und Stahl-Kegs. Das englische Wort „keg“ heißt „kleines Fass“. Und doch gibt es ihn noch, den Beruf des Fassmachers, der aus Holzdauben, -böden und Eisenreifen allerlei Behältnisse herstellt“ – so steht es geschrieben im gleichnamigen Bildband zur Ausstellung. Er erschien 2011 im ars vivendi Verlag und kann am Eröffnungstag im Fränkischen Freilandmuseum Fladungen käuflich erworben werden.

Über 20 verschiedene alte Handwerksberufe vom Bogen- und Büchsenmacher über den Holzrücker, Flussfischer und Papiermacher bis hin zum Schafscherer, Wachszieher und Wagner sind fotografisch ausgestellt. Aufgenommen wurden sie von den Berufsfotografen Tina Deininger, Jahrgang 1953 und Gerhard Jaugstetter, Jahrgang 1956. Beide leben zusammen in Burgwinheim im Steigerwald und haben bereits mehrere Bildbände veröffentlicht. Auf ihren Fotoreisen nach Lateinamerika und nach Südeuropa wurde die Idee geboren, verschwindende Berufe zu dokumentieren. Sie waren begeistert, so viel inzwischen seltenes Handwerk in ihrer fränkischen Heimat zu entdecken.

„Altes Handwerk in einer Fotoausstellung im Fränkischen Freilandmuseum Fladungen zu zeigen – diese Idee fanden wir außerordentlich passend. Wir sind froh, die zum Teil im Aussterben begriffenen Berufe zumindest auf Fotos unseren Besuchern zeigen zu können“ meint Museumsleiterin Dr. Sabine Fechter zu den Beweggründen. Die Ausstellung ist zu den üblichen Öffnungszeiten an sieben Tagen die Woche in der Zeit von 9 bis 18 Uhr in der Aktionsscheune der Hofstelle aus Leutershausen zu sehen. Es gilt der reguläre Museumseintritt.

Diese Seite teilen

Museumswebsite gefördert durch:

Landesstelle für die nichtstaatlichen Mussen in Bayern
Bayerische Sparkassenstiftung