Fränkisches Freilandmuseum Fladungen

mit dem Rhön-Zügle

Am 2. Juni ist im Fränkischen Freilandmuseum Fladungen zum dritten Mal Mundartlesetag / Bekannte Mundartdichter bieten kurzweiliges Programm / Mitmachen erwünscht

Bie de Schnobel gewosse is 

Neben der ländlichen Architektur, dem Handwerk oder der Kleidung ist auch die Sprache ist ein wichtiger Bestandteil unseres kulturellen Erbes. Deshalb lädt das Fränkische Freilandmuseum bereits am Sonntag, dem 2.Juni ab 13 Uhr, zum 15. Mal zu einer Mundartveranstaltung ein. Beim vergnüglichen Programm heißt es „Ohren gespitzt“, denn die Geschichten, Anekdoten und Volksweisheiten werden ausschließlich in Rhöner Dialekten vorgetragen. Der Bogen spannt sich kurzweilig von Gedicht und Lesung über Gesang bis zum Kabarett.

Seit einem Jahr hat sich im Landkreis Rhön-Grabfeld mit einer Handvoll Frauen und Männern eine Interessengemeinschaft gebildet, welche sich „Freundeskreis Rhöner Art“ nennt. Sie wollen in der Zukunft für die Pflege der Rhöner Mundart durch einige interessante Veranstaltungen werben. Gemeinsam mit der Arbeitsgemeinschaft Mundarttheater Franken richten sie den 3. Rhöner Mundartlesetag aus, welcher wie seine beiden Vorgänger im Freilandmuseum Fladungen am Sonntag 2. Juni ab 13.00 Uhr stattfindet.

Cilli Pigor aus Unsleben, Trägerin des Frankenwürfels und Verfasserin vieler Rhöner Mundartgedichte, wird genauso dabei sein, wie Fritz Held aus Ostheim, der seine gesammelten Geschichten aus der Rhöner Heimat humorvoll vortragen wird. Dabei ist auch Fredi Breunig aus Salz, bekannt durch seine Auftritte in der fränkischen Fastnacht. Egon Sturm aus Wegfurt ist dabei und Gaby Gröschel aus Mühlbach. Abgerundet wird der vergnügliche Nachmittag von den vier Damen der Kaufmannsware, die nicht nur eine zünftige „Mussigg“ machen, sondern auch mit heiteren Rhöner Mundartliedern aufwarten und auch mal zum Mitsingen anregen. Und dazwischen ist dann Gelegenheit für die Besucher selbst, eigene kurze Geschichten in ihrem Heimatdialekt zu erzählen oder ein Gedicht vorzutragen. Auf diese Vorträge sind die Veranstalter wirklich besonders neugierig und sie werden sicher eine feine Bereicherung darstellen.

Der Mundartlesetag findet dieses Mal im Museum im Veranstaltungsraum des Dreiseithofes aus Leutershausen gleich neben der Museumsschule statt. Der Eintrittsbon für das Museum berechtigt auch gleichzeitig zum Eintritt für die Veranstaltung. Die Pausen kann man bei Kaffee und Kuchen verbringen, die vom Rhöner Brotzeitstübchen verkauft werden.

Wer „stilecht“ in das Freilandmuseum mit seinen originalgetreu wiederaufgebaute Höfen und Häusern reisen will, fährt mit dem Rhönzügle, das an diesem Tag wieder seine historische Dampflok zwischen Mellrichstadt und Fladungen verkehren lässt.

Das Fränkische Freilandmuseum Fladungen ist täglich von 09:00 – 18:00 Uhr geöffnet. Der Eintritt kostet bei Anreise mit dem Rhön-Zügle für Erwachsene 3,00 €, ermäßigt 3,00 €, für Kinder unter 6 Jahren ist der Eintritt frei. Genaue Fahrpläne mit Fahrtagen und -zeiten sowie alle Fahrpreise 2013 auf der Museumsbahnstrecke des „Rhön-Zügle“ und weitere Informationen sowie Veranstaltungs- und Programmübersicht: Fränkisches Freilandmuseum Fladungen, Bahnhofstraße 19, 97650 Fladungen, Tel. (09778) 91 23-0 oder www.freilandmuseum-fladungen.de.

Hintergrund: Mundart gestern und heute

Die Pflege der Mundart und der heimatlichen Dialekte ist in den letzten Jahren wieder mehr und mehr in den Vordergrund gerückt worden. Das war früher anders. Da hat man den Dialekt als etwas Altmodisches angesehen. Menschen, die Dialekt und Mundart sprachen wurden als bildungsarm und rückwärtsgewandt angesehen. Heute ist das anders geworden. Die Sprache der Region hat die Menschen seit Jahrhunderten geprägt, die Sprache war die Wurzel des Heimatbewusstseins, sie war Klammer zwischen den Menschen auf dem Lande. Und das wird heute auch wieder so gesehen. Auch junge Menschen identifizieren sich heute gerne mit ihrer Heimatregion, auch wenn der dörfliche Dialekt seinen Einfluss weitgehend eingebüßt hat. Trotzdem ist er, wenn auch in abgemilderter Form, noch oder wieder vorhanden.

Manfred Zirkelbach, Arbeitsgemeinschaft Mundart-Theater Franken e.V.

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