Fränkisches Freilandmuseum Fladungen

mit dem Rhön-Zügle

Vom 23. bis 26. September wird wieder gedörrt im Freilandmuseum Fladungen.

Die Früchte des Sommers auch im Winter genießen

Die Früchte des Sommers für den Winter haltbar machen – in der Zeit vor Tiefkühlkost und Importobst war das für eine ausgewogene Ernährung immens wichtig. Die Mitarbeiter des Fränkischen Freilandmuseum zeigen deshalb vom 23. bis 26. September wie Obst durch Dörren haltbar gemacht wurden.

Früchte hat das Freilandmuseum dank seiner üppig bestückten Streuobstwiesen reichlich. Bei der alljährlichen Dörraktion werden Äpfel, Birnen und Zwetschgen in einem viertägigen Trocknungsprozess zu leckerem und gesundem Naschwerk verarbeitet.

Dafür werden die Früchte von den museumseigenen Bäumen gewaschen, Äpfel und Birnen in Scheiben geschnitten - die Zwetschgen bleiben im Ganzen ‑ und auf geflochtene so genannte Horden ausgebreitet. Dieses Jahr kommen dabei auch zwei neue Horden zum Einsatz, die vom Korbflechter Karl Weber extra fürs Freilandmuseum hergestellt wurden. Dann wird das Feuer im 1860 erbauten Dörrhäuschen aus Rothausen entfacht. Sobald die Horden oberhalb des Feuerkanals eingeschoben sind, beginnt der 30 bis 48 Stunden dauernde Trockenvorgang. Dabei muss das Buchenholzfeuer ständig im Auge behalten werden, denn es darf nicht ausgehen und sowohl das Obst als auch die hölzernen Horden dürfen nicht mit dem Feuer in Kontakt kommen. Nach drei Tagen wird das köstlich dampfende Dörrobst aus dem Häuschen geholt und auf sauberen Tüchern zum Abkühlen ausgebreitet. „Unsere Vorfahren nutzten diese Methode der Konservierung bereits und stellten somit ihre Versorgung mit Zucker und Vitaminen bei kalten Temperaturen sicher“, erläutert Museumsleiterin Dr. Sabine Fechter.

Museumsbier zum Verkauf

Das hausgebraute Museumsbier kann man ab sofort im Museumsladen in 15-Liter Fässchen kaufen.

Das Freilandmuseum Fladungen hat außerdem ein weiteres Angebot für Genießer: Es gibt noch einige Fässer vom diesjährigen Museumsbier, das normalerweise nur am Bieranstich und am Museumsfest ausgeschenkt wird. Im Museumsladen steht das Bier deshalb – solange der Vorrat reicht ‑ in 15-Liter Alufässern mit bayerischem Anstich zum Verkauf.  Das Fässchen kostet 33 Euro zuzüglich Pfand von 50 Euro.

 
Hintergrundinfo Dörren
Früher standen Obstdörrhäuschen in der ortsnahen Dorfflur, um die Brandgefahr, die von den primitiven heiztechnischen Anlagen dieser Häuschen ausging, vom Dorf fernzuhalten. Bei diesem Verfahren bleiben die Inhaltsstoffe vollständig erhalten und das Aroma des Obstes wird beim Trocknen sogar noch intensiver. In der kalten Jahreszeit wurden die Früchte dann wieder eingeweicht und als Beilage zu Süßspeisen wie Topfenstrudel oder Griespudding serviert. Heutzutage ist diese traditionelle Art der Lebensmittelbevorratung wieder im Kommen. Interessierte können mehr über das Verfahren im Kochtagebuch der Rhöner Pfarrersköchin Josephine Antonia Hahner „Gesegnete Mahlzeit…“, das im  Museumsladen erhältlich ist, nachlesen. Dort liegen außerdem noch eine ganze Reihe weiterer Titel, die sich mit herbstlichen Themen wie Pökeln, Wurst machen, Pilze suchen und Konservieren beschäftigen.

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