Fränkisches Freilandmuseum Fladungen

mit dem Rhön-Zügle

Sonderführungen am Internationalen Museumstag

Großes Interesse am Zentraldepot

Am Internationalen Museumstag lud das Fränkische Freilandmuseum Fladungen zu Sonderführungen durch sein Zentraldepot. Rund 120 Besucher nahmen die Gelegenheit wahr und warfen einen Blick in die Räume, in denen sich so mancher Schatz verbirgt. Von den Hütern der Kostbarkeiten erfuhren die Teilnehmer, welchen Weg ein Exponat von der Annahme bis zu seinem endgültigen Aufbewahrungsort nimmt.

Der Arbeitsraum des Zentraldepots

Internationaler Museumstag: Kunsthistorikerin Dr. Karen Schaelow-Weber (links) und eine Besuchergruppe im Arbeitsraum des Zentraldepots

Es wird noch eine Weile dauern, bis es dort ist, wo es hin soll: Zusammen mit vielen weiteren Museumsstücken soll das hübsche Holzpferd im Zentraldepot des Fränkischen Freilandmuseums Fladungen eingelagert werden. Der Eingangsraum des Depots ist gleichzeitig ein Quarantäneraum, erfahren am Internationalen Museumstag insgesamt 120 Besucher bei Sonderführungen durch das Gebäude. Heinrich Hacker, wissenschaftlicher Mitarbeiter, und Kunsthistorikerin Dr. Karen Schaelow-Weber teilen ihnen mit, wie es für das Spielzeug-Pferd und viele andere Gegenstände weitergehen wird: Eigentlich erst mal gar nicht. „Bis hierher und nicht weiter“, heißt es für sie. Und zwar so lange, bis sicher ist, dass sie keinen Schädlingsbefall aufweisen.

Spielzeugpferd im Zentraldepot

Spielzeugpferd im Zentraldepot

Und diese Sicherheit gewährleistet nur die Begasungsanlage, die zweite Station für unser Pferdchen. Das Freilandmuseum Fladungen war die erste Einrichtung ihrer Art, die eine solche Anlage fest installiert hat. Sie besteht aus einer Stahlkammer, der nach und nach der Sauerstoff entzogen und gleichzeitig Stickstoff zugeführt wird. Drei Monate dauert die Prozedur, die jedes neue Museumsexponat über sich ergehen lassen muss und der sich auch das Holzpferd nicht entziehen kann. Sie sorgt dafür, dass vor dem nächsten Schritt alle Gegenstände frei von Motten, Holzwürmern und anderen musealen Schreckgespenstern sind.

Haben sie das Prozedere hinter sich gebracht, wandern sie in den Arbeitsraum des Zentraldepots. Hier werden sie fotografiert, registriert und dokumentiert. Danach erhalten sie ihren Platz im Hauptraum des Depots. Bei 16 Grad Raumtemperatur und 50 bis 60 Prozent Luftfeuchtigkeit lässt es sich dort eigentlich ganz gut aushalten. Dennoch mag sich das Holzpferdchen mit dem Gedanken, hier zu landen, nicht so recht anfreunden. Wie gern würde es noch mal allen Menschen seine wilde Mähne zeigen - ein Traum nur, doch einer, der in Erfüllung gehen kann. Denn eigentlich braucht es nur etwas Geduld. Dann werden es die Besucher einer Ausstellung oder eines der vielen Gebäude des Freilandmuseums wieder mit Blicken streicheln.

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