Fränkisches Freilandmuseum Fladungen

mit dem Rhön-Zügle

Volksschulen im ländlichen Bayern 1945 - 1970

"Griffel, Füller, Tintenkiller"

Die Schule im Dorf lassen: damit war es in den 60er Jahren des letzten Jahrhunderts mancherorts vorbei. Immer stärker wurde in Bayern über die Errichtung von Verbandsschulen nachgedacht. Kleinstschulen mit weniger als 25 Schülern zwangen zum Handeln und das bedeutete Zusammenlegung. Besonders betroffen war das Zonenrandgebiet, zu dem auch Fladungen zählte. Eine Ausstellung über den enormen Wandel ländlicher Schulen ist hier also gut aufgehoben.

Landflucht und Geburtenrückgang – diese Themen waren auch schon in den 60er Jahren aktuell. Besonders das Schulwesen war damals betroffen. Die genannten Faktoren ließen die ohnehin schon viel zu kleinen Dorfschulen weiter schrumpfen – Unterricht, der allen Schülern Chancengleichheit bietet, war alleine schon deshalb kaum möglich. Namhafte Pädagogen bezeichneten die ländliche Volksschule als „Brachland der Begabungen“. Vor diesem Hintergrund wurde die Zusammenlegung von Schulen, oder wenigstens von Jahrgängen, von vielen akzeptiert.

Dazu kam eine veränderte Ausbildung der Lehrerinnen und Lehrer. Beruhte diese zunächst noch auf der Lehrerordnung für Dorflehrer aus dem Jahr 1912, wurde sie jetzt akademisch. Neue didaktische Konzepte wie das „Unterrichtsgespräch“ oder die „Gruppenarbeit“ hielten nun auch „in der Provinz“ Einzug. Endlich wurde in gegliederten Fächern unterrichtet, „Englisch“ als Fach zur Selbstverständlichkeit. Der Wandel betraf auch die schulischen Alltagsgegenstände: Stifte, Lehrbücher, Mobiliar - alles wurde freundlicher und kindgerechter.

Wer zwischen 1945 und 1970 - oder auch noch etwas später - zur Schule ging, der wird sich in der Sonderausstellung des Freilandmuseums Fladungen „Griffel, Füller, Tintenkiller“ wiederfinden, oder besser: „seine“ Schultasche, „seinen“ Füller oder „seinen“ Tintenkiller. „Erinnerungen werden wach - an ehemalige Lehrer, Lausbubenstreiche oder an die erste zarte Liebschaft“, so Museumsleiterin Dr. Sabine Fechter.

Die Ausstellung befindet sich im Obergeschoss des Eingangsgebäudes des Fränkischen Freilandmuseums Fladungen. Zum Besuch ist der Eintrittspreis für das Museum zu entrichten, dessen Öffnungszeiten auch gelten. Nähere Informationen gibt’s unter www.freilandmuseum-fladungen.de oder im Museum selbst: Fränkisches Freilandmuseum Fladungen, Bahnhofstraße 19, 97650 Fladungen, Telefon: 09778 / 9123-0, E-Mail: info@freilandmuseum-fladungen.de

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