Fränkisches Freilandmuseum Fladungen

mit dem Rhön-Zügle

STROM FÜR DIE RHÖN

Überlandwerk Rhön 1920-2020

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Wir stehen alle unter Strom! Ob beim Surfen im Netz, beim Radeln mit dem E-Bike oder beim Kochen unseres Leibgerichts … ein Leben ohne ist undenkbar. Dass vor 100 Jahren längst nicht "Elektrizität in jedem Gerät" steckte, erzählt die Ausstellung STROM FÜR DIE RHÖN. Dort, wo aufgrund der Weitläufigkeit der Landschaft kein Unternehmen den Aufbau eines Stromnetzes angehen wollte, nahmen mehrere Gemeinden - über Landesgrenzen hinweg - ihre Stromversorgung selbst in die Hand und gründeten die Überlandwerk Rhön GmbH. Aber wie bringt man den Strom in einem dünn besiedelten Mittelgebirge an den Mann - und die Frau? Was passiert, wenn nach dem zweiten Weltkrieg ein Teil des Versorgungsgebiets wegbricht? Wie geht man damit um, wenn sich die Kunden ihren Stromanbieter auf einmal selbst auswählen dürfen? Und was, wenn bald alle nur noch E-Autos fahren?

In der Ausstellung gibt es Stationen zum Mitmachen und Exponate zum Anfassen. Ausgewählte Themeninseln im Museumsgelände veranschaulichen die vielfältigen Anwendungsbereiche elektrischer Energie im Alltag.

Laufzeit der Ausstellung

11. Mai  bis 8. November 2020 sowie in der Museumssaison 2021

Öffnungszeiten

  • täglich 9 - 18 Uhr (Im April, Okt., Nov. ist montags Ruhetag)
  • Der Besuch der Sonderausstellung ist im Eintritt zum Fränkischen Freilandmuseum Fladungen enthalten. Eintrittspreise

Begleitprogramm

**VERSCHOBEN von 5.7.2020 auf 4.7.2021** Aktionstag UNTER STROM

Was bedeutet es, wenn die Energie nicht aus der Steckdose kommt, sondern mit eigener Muskelkraft erzeugt werden muss? Das und noch viel mehr kann man beim Aktionstag im Freilandmuseum selbst ausprobieren. Mit Führungen durch die Sonderausstellung STROM FÜR DIE RHÖN um 11 und 14 Uhr.

Samstag, 13.06. ABGESAGT / Samstag, 31.10. (jeweils 14.00-15.30 Uhr)

Führungen in Kooperation mit der vhs Rhön und Grabfeld.  Bitte melden Sie sich bei der vhs für die Teilnahme an.

Samstag, 3.10. öffentliche Führung (11 und 14 Uhr)

Die Teilnahme ist im Museumseintritt enthalten, es ist keine Anmeldung erforderlich.

Individuelle Gruppenführung **kann derzeit nicht gebucht werden**

(max. 25 Pers. p. Gruppe; 50 € zzgl. Eintritt; Dauer 1,5 Stunden) buchen unter info@freilandmuseum-fladungen.de / 09778 - 91230


Wegen der Maßnahmen zur Verlangsamung der Ausbreitung des Coronavirus hat sich der Start der Sonderausstellung um knapp sechs Wochen verzögert. Daher haben wir an dieser Stelle eine kleine Serie gestartet:  Die Projektbeteiligten stellen ihre Lieblingsstücke in der Ausstellung vor. Schauen Sie mal rein!


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Sammlungsleiter Heinrich Hacker stellt sein Lieblingsobjekt in der Sonderausstellung vor: die Ausstattung der Trafostation aus Brunnhartshausen

Für jeden Buben auf dem Land war es eine besondere Mutprobe, an der man von der Clique wohl oder übel gemessen wurde: Wieviel Stromschläge ertrug man, ohne zurückzuzucken, wenn man einen Grashalm an den elektrischen Weidezaun hielt? Allzu viele waren es nicht. Strom tat weh, wenn man sich mutwillig damit einließ. Das war für uns Kinder meistens die erste Erfahrung mit der Elektrizität.

Und der Strom war geheimnisumwittert. In jedem Dorf gab es so ein hohes, schmales Gebäude, in das man nie hineindurfte. Es blieb einem auch immer verschlossen, außer vielleicht der Vater arbeitete beim örtlichen Stromversorger. Ein gelbes Warnschild mit roten Blitzen warnte schon von weitem „Vorsicht! Hochspannungs-Raum! Lebensgefahr“. Unter Lebensgefahr konnte man sich noch etwas vorstellen. Aber was war Hochspannung? Ging man näher ran, konnte man ein leises Brummen hören, das einem nicht geheuer vorkam. Welche ungeheure Apparatur mochte also drin sein, in dem unscheinbaren Häuschen, die so furchtbar gefährlich sein konnte und die man nie zu Gesicht bekam?

Die Besucherinnen und Besucher können es jetzt im Freilandmuseum Fladungen erfahren. Für viele wird es die erste Begegnung mit den Herzstücken eines Trafohäuschens sein, mit dem Trafo, den verschiedenen Leitungen für das Mittel- und das Niederspannungsnetz und mit den meterlangen Sicherungen.


Wer Unterhaltung sucht und Wissen, Kann heute Radio nicht mehr missen

Wer Unterhaltung sucht und Wissen, Kann heute Radio nicht mehr missen

Würde man das Radio heute wohl durch das Internet ersetzen? Vor 100 Jahren jedenfalls war der Rundfunk ein völlig neues Medium und faszinierte. 1923 war in Deutschland die erste Radiosendung ausgestrahlt worden. Das Überlandwerk Rhön verkaufte im Versorgungsgebiet zwischen 1925 und 1938 rund 2.400 Radios. Ob dieser schöne Reim, den man auf Stromrechnungen des Energieversorgers aus dem Jahr 1930 findet, den Absatz der Geräte konkret förderte, ist nicht überliefert.

Wie ist es bei euch, ist das Radio für euch ein wichtiges Medium oder hat sich das elektrische Hören mittlerweile ins Internet und auf Podcasts verlagert? Hört ihr Radio nebenbei oder schaltet ihr ganz gezielt ein, um Wissen und Unterhaltung zu finden? Seitdem wir zu anderen Menschen physischen Abstand halten müssen, vielleicht sogar wieder verstärkt?


Und ist der Haushalt noch so klein, so muß er doch elektrisch sein

Und ist der Haushalt noch so klein, so muß er doch elektrisch sein

Das gilt heute mehr denn je, oder?! Und war doch natürlich nicht immer so: Vor genau einem Jahrhundert ist der Strom in die Rhön gekommen. Am 30. März wurde der kommunale Energieversorger, das Überlandwerk Rhön, stolze 100 Jahre alt. Dort, wo aufgrund der Weitläufigkeit der Landschaft kein Unternehmen den Aufbau eines Stromnetzes angehen wollte, nahmen insgesamt 47 Gemeinden - über Landesgrenzen hinweg - ihre Stromversorgung selbst in die Hand und gründeten in Fladungen die Überlandwerk Rhön GmbH. Vernetzung vor der Vernetzung sozusagen. Bis heute agiert das Überlandwerk länderübergreifend in Bayern, Hessen und Thüringen. Eine einmalige Sache in Deutschland. Am 1. April hätten wir die für das Jubiläumsjahr eigens erarbeitete Sonderausstellung STROM FÜR DIE RHÖN feierlich eröffnet. Wenn nicht … ja, genau.

Jubiläumsfest und Ausstellungseröffnung sind auf die Zeit „nach Corona“ verschoben, aber was momentan noch deutlicher spürbar ist als sonst: Wie würden wir diese Zeit ohne Strom überstehen? Denkbar schlecht vermutlich. Insbesondere in der Anfangszeit hatte man die Rhöner Bevölkerung noch mit flotten Sprüchen zur Anschaffung von elektrischen Geräten und damit zu mehr Stromverbrauch zu animieren versucht. Wie zum Beispiel hier auf der Stromrechnung eines Kunden aus dem Jahr 1930. Heutzutage sind wir sehr dankbar für die funktionierende Stromversorgung, um geschäftlich und privat mit allen und allem in Kontakt zu bleiben. Fortsetzung folgt … ganz bestimmt!


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Bayerische Sparkassenstiftung