Fränkisches Freilandmuseum Fladungen

mit dem Rhön-Zügle

„Kunst geht fremd … und über Grenzen“

In diesem Jahr wollen die beteiligten Museen von „Kunst geht fremd“ darauf aufmerksam machen, was es bedeuten kann, über Grenzen zu gehen. Sei es unter künstlerischen Aspekten oder in Bezug auf historische Exponate. Sei es an der Grenze zwischen Kitsch und Kunst oder im Zusammenhang mit kriegerischen und gewalttätigen Auseinandersetzungen.
Mit diesen Gedanken laden mittlerweile 20 unterfränkische Museen vom 19. Juli bis 6. November 2022 dazu ein, Kunst in anderen, fremden Zusammenhängen zu sehen, neue Museen zu entdecken und auf diese Weise einmal innerhalb Unterfrankens über Grenzen zu gehen.
Sie verleihen dazu passend zum Motto jeweils ein Kunstwerk aus der Sammlung in ein anderes Museum in Unterfranken. Zwanzig Exponate werden über Grenzen gehen und sicherlich auch die Besucherinnen und Besucher herausfordern.

Wenn Kunst fremd geht, hat sie seit jeher auch ein Begleitprogramm im Gepäck. Dabei vermitteln Experten in Führungen oder Vorträgen ihr Wissen über das „fremde“ Objekt. Von einem „Nachmittag im Märchenreich“ bis hin zum Kunstaperitif wird einiges geboten.

Dieses einzigartige Museumsnetzwerk arbeitet nicht nur analog, sondern versteht sich auch im besten Sinne als ein „Social Network“. Die Museen kommen in diesem Jahr auf Instagram mit anderen Menschen und den Besucherinnen und Besuchern ins Gespräch #ueberGrenzen. Mit Posts, Umfragen, Stories und Live-Gesprächen werden sie während des gesamten Zeitraums von „Kunst geht fremd“ sichtbar sein und auch die analogen Netzwerk-Grenzen sprengen.

Alle Fremgänger, Veranstaltungstermine und weiteren Informationen finden Sie unter Kunst geht fremd

Im Freilandmuseum Fladungen in 2022 zu Gast

Passend für Fladungen als Stadt an der ehemaligen deutsch-deutschen Grenze ist unter dem Motto „Kunst geht fremd ... und über Grenzen“ in diesem Jahr das Graffiti „Grüß mir Schweinfurt“ von „Bananensprayer“ Thomas Baumgärtel und Harald Klemm zu sehen. Der „Fremdgänger“ ist eine Leihgabe aus der Kunsthalle Schweinfurt.

 Copyright: Thomas Baumgärtel und Harald Klemm, Grüß mir Schweinfurt, 2006, Schablonen-Graffiti und Acryl auf Leinwand, 35 x 70 cm, Kunsthalle Schweinfurt

 

 


Unser Schlafzimmerbild „EIN SOMMERNACHTSTRAUM“ im Deutschen Fasnachtmuseum Kitzingen

Im Deutschen Fastnachtmuseum ist es die Prinzessin Bonna, die das Bild von Hans Zatzka präsentiert. Prinzessinnen, Zauberinnen und Feen zählen zu den beliebtesten Kostümen – gerade zur Karnevalszeit darf in andere Rollen geschlüpft und auch dem Kitsch gefrönt werden.



Fremdgänger 2021 - Kunst geht fremd... und ist verspielt

 

Im Freilandmuseum zu Gast: Seelilien – Encrinus liliformis aus dem Museum Terra Triassica Euerdorf

Ein Fund aus dem Oberen Hauptmuschelkalk
Alter: ca. 235 Millionen Jahre
Fundort: Alverdissen

Seelilien wiegen in der Meeresströmung hin und her und sind, wenn auch manchmal unfreiwillig, ineinander verschlungen, als ob sie im Wasser spielen würden. Diese Seelilie (Encrinus liliformis) gehört zum Stamm der Stachelhäuter. Ihre heute noch lebenden Verwandten sind die Seegurke und der Seestern. Bei Seelilien handelt es sich jedoch nicht, wie der Name leicht vermuten lässt, um eine Pflanze, sondern um ein Tier, welches in großen Kolonien, an Treibhölzer angeheftet oder als Einzeltier im lichtdurchfluteten warmen Wasser eines Flachmeeres lebt. Dieses Klima und diesen Lebensraum gab es im heutigen Deutschland vor ca. 235 Millionen Jahren im Trias-Erdzeitalter. Die Trias ist besonders für Unterfranken ein prägendes Erdzeitalter, da hier Buntsandstein, Muschelkalk und Keuper als
dominierende Gesteinsschichten sichtbar sind.

Die Trias-Seelilien haben sich vermutlich von fressbaren Partikeln aus dem vorbeiströmenden Meerwasser ernährt. Mit ihren Armen filterten sie diese Teilchen aus dem Wasser. Die versteinerten Trochiten (Stielglieder der Seelilien) wurden bereits in der Steinzeit zu Halsketten verarbeitet. Hierzu wurde der Nervenkanal der Tiere freigebohrt und die einzelnen Glieder aufgefädelt. Bei den Germanen galten die Trochiten als Zeichen für Tapferkeit.

Die versteinerten Seelilien stellt das Fränkische Freilandmuseum Fladungen den Wandmalereien in der Reßmühle gegenüber. So kontrastieren dort feingliedrige Natur- und geometrische Kunstformen „verspielt“ miteinander.


Unser Kartenspiel "Fränkisches Blatt" in der Barockscheune Volkach

Anton Türk
1945/1946
Pappe, bemalt 10 cm x 7 cm x 1 mm (pro Karte, 27 Karten)

„Der Ober sticht den Unter“ lautet eine der bekanntesten Regeln im Schafkopf. Seit dem 19. Jahrhundert erfreute sich das Trumpfspiel in Franken und Bayern besonderer Popularität. Meistens konkurrieren vier Personen um das Sammeln von Punkten oder kleine Geldbeträge. Beim Frühschoppen im Gasthaus oder daheim am Stubentisch, traditionell an Sonntagen war das Schafkopfen ein fester Bestandteil der Freizeitbeschäftigung und Geselligkeit.

In der unmittelbaren Nachkriegszeit 1945/46 wurde Anton Türk (1928 - 2003) aus Frickenhausen (Mellrichstadt, Lk. Rhön-Grabfeld) kreativ, da für ihn gedruckte Spielkarten nicht zu beschaffen waren. Um im Freundeskreis wie gewohnt Schafkopfen zu können, bemalte er die alten Stopfgarnpappen seiner Mutter. Als Vorlage wählte er die typischen Motive des Fränkischen Blatts, das um 1840 in Würzburg entstanden ist. Das ungewöhnliche Format der Garnpappen erschwerte das Mischen und Auffächern der Karten beim Spiel einer Partie. Die Not-Spielkarten waren nur kurze Zeit in Gebrauch, bis wieder gedruckte Exemplare zur Verfügung standen. So fanden sie bald durch Antons Sohn Michael eine Zweitverwendung als Malvorlagen. Er verewigte sich mit Buntstiften auf der Rückseite der Herz-Sieben und malte einige Motive seines Vaters aus.

Im Museum Barockscheune Volkach setzt das farbenfrohe Spiel einen Akzent mit Unterhaltungswert in der stadtgeschichtlichen Sammlung.

Öffnungszeiten:
Freitag: 14 – 17 Uhr
Samstag & Sonntag, Feiertag: 11 – 17 Uhr

 


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