Fränkisches Freilandmuseum Fladungen

mit dem Rhön-Zügle

zeitlos

Paul Diestel

In den Gebäuden im Freilandmuseum Fladungen wurden an ausgewählten Stellen alte Farbschichten freigelegt. Hinter einer blumigen Tapete kommen eine marmorierte Bemalung, bloße Kalkfarbe und schließlich Lehmputz zum Vorschein.

Jeder neue Anstrich scheint verbunden mit der Motivation, den Raum zu erneuern, vielleicht um ihn neu einzurichten oder sich selbst neu auszurichten. Die Tragik: Eine Zeit lang hält dieser Zustand scheinbar an, bis erste Makel und Spuren, Staub und Vergilbung sich mehren. Zeit für einen neuen Anstrich!

Hier wird deutlich, was wir aus der Archäologie und der Geologie kennen: Die Zeit arbeitet in Schichten - und macht dabei keine Pause.

Der Bildhauer Paul Diestel fasst seine hölzernen Objekte in organischen Formen mit natürlichen Pigmenten wie Erde, Kalk, Asche und Sand. Schicht für Schicht lässt er das Holz hinter sich und schafft eine neue Materialität, die aus der Verdichtung und Politur des Aufgetragenen entsteht. Am Ende ist nicht mehr klar, welche Schicht wann aufgetragen wurde. Es entsteht eine Gleichzeitigkeit alles Passierten, die in einer klaren Form zu uns spricht. Paul Diestels Objekte scheinen an den natürlichen Prozessen der Veränderung zu reifen, anstatt kaputt zu gehen.

Wir erfahren, wie alles um uns herum Zeugnis einer ständigen Transformation ist.

pas_seul_IIpas seul II, 2018
Lindenholz, Hasenleim, Asche, Kalk, Erdpigment, 109,0 x 33,0 x 6,0 cm
Foto: Janina Kürschner

Laufzeit der Ausstellung

10.06. bis 7.11.2021

Öffnungszeiten

  • täglich 9 - 18 Uhr (im Okt., Nov. ist montags Ruhetag)
  • Der Besuch der Ausstellung ist im Eintritt zum Fränkischen Freilandmuseum Fladungen enthalten. Eintrittspreise

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