Fränkisches Freilandmuseum Fladungen

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Wie dem Rhöner "Geizhals" ein Licht aufging

Gerade mal hundert Jahre ist es her, dass auch in den Rhöner Haushalten elektrischer Strom zur Verfügung stand. Von da an gab es mit der Glühbirne auch für weniger begüterte Haushalte auf dem Land ein nahezu revolutionäres Leuchtmittel. Sie bot eine gleichmäßige und - im Vergleich zu früheren Zeiten - vergleichsweise helle Ausleuchtung der Wohn- und Wirtschaftsräume, ohne dabei die Umgebung mit Ruß oder Rauch zu verschmutzen.

Was für ein Unterschied zu den Verhältnissen noch während des ganzen 19. Jahrhunderts hindurch: Die klein bemessenen Fenster sorgten sogar im Sommer tagsüber nur für eine spärlich Beleuchtung der Stube. Dämmerte es, beleuchtete man die Wohnräume mit Öl- oder Petroleumlampen, noch früher mit Lampen, die mit Talg befeuert wurden. Kerzen waren teuer und wurden nur im Notfall angezündet. Zeitlich parallel dazu war auch immer noch ein billiges Leuchtmittel im Einsatz, das zu den ältesten überhaupt zählen dürfte, gemeint ist der Kienspan.

Kienspäne sind kantig, flach und dünn gespaltene Stücke aus dem harzhaltigen Wurzelholz der Kiefer, Fichte oder Lärche. Auf einen Kienspanhalter gesteckt und angezündet war es eine kurze, flackernde Lichtquelle, die nicht nur den Raum verrußte, sondern immer die Gefahr in sich barg, das ganze Haus in Brand zu setzen. Solche Späne oder auch das Sammel- oder Leseholz aus dem Wald brauchte man, um das Feuer im Herd anzuschüren. Bei manch ärmerem Zeitgenossen blieb es bei den Spänen, weil er nicht die finanziellen Mittel hatte, um Scheitholz nachlegen zu können. Das war dann in der hiesigen Mundart der „Schpääbrönner“, also der „Spahnbrenner“, ein missmutiger, geiziger und knausriger Mensch, der sich und anderen nichts gönnte.


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