Fränkisches Freilandmuseum Fladungen

mit dem Rhön-Zügle

Aktuelles aus dem Freilandmuseum

Laufende Projekte und Blicke hinter die Kulissen


Maria kehrt heim: Originalinventar aus der Kirche Leutershausen in die Sammlung aufgenommen

Frühjahr 2020

Vor fast 30 Jahren wurde die Katholische Kuratiekirche in Leutershausen ab- und im Fränkischen Freilandmuseum Fladungen wieder aufgebaut. Das 1803 eingeweihte Gebäude war für die stark gewachsene Kirchengemeinde zu klein geworden und machte 1992 Platz für einen Neubau. Von der Ausstattung der ehemalige Kirche konnte das Freilandmuseum nur die Kanzel und die Orgel übernehmen, da der Rest in der neuen Kirche der Gemeinde Verwendung finden sollte.

Im Rahmen von Umbauarbeiten im Pfarrheim von Leutershausen sind nun diverse Objekte aufgetaucht, die damals ihren Weg doch nicht in die neue Kirche gefunden hatten. Ein Segen für das Freilandmuseum, das verschiedene originale Ausstattungsstücke der translozierten Kirche in die Sammlung übernehmen durfte. Einige Objekte können sogar auf einem Foto der 100-Jahr-Feier der Kirche im Jahr 1903 identifiziert werden.
Dazu gehören beispielsweise eine hölzerne Marienfigur sowie zwei Sets sogenannter Kanontafeln für Wochen- und Festtage. Kanontafeln sind liturgische Gegenstände, die bis etwa 1970 in Gebrauch waren. Ein Set besteht aus zwei kleineren und einer größeren Tafeln. Auf ihnen finden sich die in lateinischer Sprache geschriebenen Kerntexte zur Gabenbereitung während der Messe. Damit dienten die Kanontafeln als Gedächtnisstütze für den Priester, ohne dass dieser im Messbuch blättern musste. Ab der Liturgiereform des Zweiten Vatikanischen Konzils wurden die Tafeln nicht mehr genutzt. Da der Priester seitdem der Gemeinde zugewandt die Messe feiert, würden Kanontafeln auf dem Altar eine optische Barriere darstellen.


STROM FÜR DIE RHÖN: Sonderausstellung eröffnet

Frühjahr 2020

Strom für die Rhön

Aufgrund der Corona-Pandemie musste die große Feier leider abgesagt werden, stattdessen wurde die Sonderausstellung STROM FÜR DIE RHÖN. Überlandwerk Rhön 1920-2020 am 13. Mai im kleinsten Kreis eröffnet.  Die Ausstellung zu Geschichte und Gegenwart der länderübergreifenden Stromversorgung in der Mitte Deutschlands hat der kommunale Energieversorger anlässlich seines diesjährigen 100. Geburtstages erarbeiten lassen. Die Laufzeit der Schau wurde bereits über die Saison hinaus verlängert. Sie wird auch noch 2021 im Freilandmuseum zu sehen sein.

v. l. Museumsleiterin Ariane Weidlich, Landrat Thomas Habermann, Vorsitzender Zweckverband Fränkisches Freilandmuseum Fladungen und Aufsichtsratsvorsitzender Überlandwerk Rhön GmbH, Helmut Grosser, Geschäftsführer der Überlandwerk Rhön GmbH


Handgemacht: Neues Sortiment im Museumsladen

Frühjahr 2020

Keramik und Tischwäsche

Das Museumsteam wird oft gefragt, was es eigentlich so macht, wenn das Museum geschlossen hat. Neben vielen anderen Dingen lautet die Antwort: frischen Wind in den Laden bringen! Wenn es Anfang des Jahres in der Verwaltung an der Tür klingelt, ist es meistens neue Ware, die neugierig begutachtet werden will. Da verwandeln sich einzelne Büros schon mal in Schaufenster. Natürlich ist der Winter längst passé und das Sortiment an der richtigen Stelle platziert. Aber auch Keramik und Co. sind geduldig. Wir natürlich weniger. Bis wir wieder öffnen können, erfreuen wir uns und euch am Anblick dieser schönen Handwerksstücke. Wie war das noch gleich? Abwarten und Tee trinken! ☕


Einblicke in den Kaninchenstall: Der Nachwuchs ist da

Frühjahr 2020


Das Zugpferd des Rhön-Zügle kommt nach Hause

Frühjahr 2020

Die gute Nachricht zu Ostern:  Unser großes Zugpferd, die Dampflok 98 886, ist nach Fladungen zurückgekehrt. Weit über ein Jahr hatten die Instandsetzungsarbeiten im Dampflokwerk Meiningen gedauert, weil die Schäden an der Lok infolge eines Unfalls im Sommer 2018 umfangreicher waren als anfangs gedacht. Während die Lok 98 886 sowie ein mitgeführter Personen- und Güterwagen auf der DB-Strecke Meiningen - Mellrichstadt noch von einer Vorspannlok gezogen wurden, wurde im Anschluss die Museumsstrecke bis Fladungen aus eigener Kraft, also unter Dampf, bewältigt. Nicht nur von unserem Team, sondern von vielen Eisenbahnfans wurde dieser Moment heiß ersehnt. Wir sind gespannt, wann das Rhön-Zügle mit Passagieren in die Saison starten darf.

**Nachtrag: Um zur Verlangsamung der Verbreitung des Coronavirus beizutragen, sind alle Fahrtage bis Ende August abgesagt. Aktuelle Informationen finden Sie hier.


Fladungen summt und brummt: Freilandmuseum wird zum Studienort für Wildbienen-Projekt

Frühjahr 2020

Wildbienenprojekt

Während die Menschheit wegen der Coronavirus-Pandemie herunterfährt, erwachen davon scheinbar völlig unbeeindruckt Flora und Fauna. Umso wichtiger, dass die Forschung auch in diesen Zeiten weitergeht, denn die globale Biodiversität hat in den letzten Jahrzehnten massiv gelitten. Allein in Bayern sind zum Beispiel mehr als die Hälfte der Wildbienenarten durch das Verschwinden oder eine verminderte Qualität ihrer Lebensräume gefährdet. Gerade Gemeinden im ländlichen Raum mit artenreichen Gärten, Wildgehölzen, Obstbäumen mit Totholz, Trockenmauern usw. sind wertvolle Lebensräume für Insekten und Wirbeltiere und besitzen ein großes Potential für die Förderung von Wildbienen.

Aus diesem Grund beschäftigt sich die Wissenschaftlerin Sonja Schröck von der Universität Würzburg mit der Artenvielfalt von Wildbienen in den Dörfern Mainfrankens und der Rhön. Das groß angelegte Projekt wird vom Lehrstuhl für Tierökologie und Tropenbiologie gemeinsam mit dem Biodiversitätszentrum Rhön durchgeführt. In 40 ausgewählten Gemeinen mit 800 bis 3000 Einwohnern will die Doktorandin die Artenvielfalt und Häufigkeit von Wildbienen sowie deren Nahrungsressourcen und Nistplatzstrukturen erfassen.

Welchen Wert besitzen verschiedene Flächen wie Hausgärten, Bauerngärten, öffentliches Grün? Wie beeinflusst die Vernetzung dieser Lebensräume mit der umgebenden Kulturlandschaft die Vielfalt von Bienen? In jedem Lebensraum finden sogenannte Transektbegehungen statt; kleine und unauffällige Arten werden mit Farbschalen gefangen und identifiziert. Für oberirdisch nistende Arten werden Nisthilfen aufgestellt, die eine Ansiedlung und Erfassung von Bienen ermöglichen.

Außerdem sollen Maßnahmen entwickelt werden, um gemeinsam mit den Gemeinden blütenreiche und vielfältige Lebensräume zu fördern und zum Schutz einheimischer Wildbienen und anderer Insekten beizutragen. Das Freilandmuseum stellt für die Untersuchungen seine Flächen bereit. Wir sind schon sehr gespannt auf die Ergebnisse und freuen uns, Teil dieses zukunftsweisenden Forschungsprojekts zu sein.


Ausgezeichnete Edelbrände: Fünf Medaillen für unsere Obstdestillate bei fränkischer Prämierung

Herbst 2019

Museumsbrenner Michael Weber bei der Verkostung

Alle zwei Jahre zeichnet der Fränkische Klein- und Obstbrennerverband Würzburg e. V. Destillate fränkischer Brenner aus. Bei der diesjährigen Prämierungsfeier im Festsaal des Kreuzklosters Gemünden wurden auch insgesamt fünf Brände des Freilandmuseums Fladungen ausgezeichnet. Neben einer Bronzemedaille durfte Museumsbrenner Michael Weber vier Silbermedaillen für seine Destillate in Empfang nehmen. Prämiert wurden Kern- und Steinobstbrände wie Fränkische Zwetschge, Birne und Obstler, aber auch ein sortenreiner Brand des seit rund 200 Jahren bekannten Apfels rote Sternrenette. Die Jury hob besonders dessen „süße feine Apfelnote“ und „vollreife Frucht“ hervor.

Auf seinem Freigelände erhält das Freilandmuseum Fladungen nicht nur historische Gebäude, sondern bildet auch typische Kulturlandschaften Unterfrankens ab – mit der Verarbeitung von Obst zu Edelbränden tragen auch wir als Museum zum Erhalt der Streuobstwiesen bei.

Das volle Sortiment unserer Obst- und Bierbrände ist im Museumsladen erhältlich. Die frisch prämierten Brände werden ab der Saison 2020 angeboten.


 „Ist ein ungezogener, frecher Bube“: Das „Censurbuch der Schule zu Krausenbach“ aus dem Jahr 1861 ist wieder aufgetaucht

Herbst 2019

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Nur ganz selten wurden sie für die Nachwelt aufbewahrt, die dickleibigen, teilweise ledergebundenen Zensurbücher des 19. Jahrhunderts, in denen der Schulmeister in feinstem Sütterlin auf noch handgeschöpftem Papier die Noten, den Fleiß und das Betragen der Schulkinder festhielt. Groß war deshalb die Überraschung, als im Sommer 2019 der Rektor der Grundschule Dammbach - zu dieser Gemeinde gehört heute das Spessartdorf Krausenbach - im Freilandmuseum Fladungen anrief und und seinen ungewöhnlichen Fund dem Museum zur Verfügung stellte.

Die Eintragungen der Krausenbacher Lehrer beginnen im Jahr 1859, also genau vor 160 Jahren, und enden 1907. Es wurden nur die männlichen Schüler aufgelistet. Über diesen Zeitraum hinweg gibt das fast vierhundertseitige Zensurbuch Auskunft über den damaligen Fächerkanon der sechsklassigen Volksschule. Geteilt in Sommer- und Winterschule wurden der „Schulfleiß“ und der „häusliche Fleiß“ ebenso benotet wie die Fächer Religion, Lesen, Schön- und Rechtschreiben, Rechnen, gemeinnützige Kenntnisse und Gesang. Benotet wurde auch die Häufigkeit des Schulbesuchs. Recht unumwunden brachte der Lehrer unbotmäßiges Betragen seiner Schüler auf den Punkt, etwa mit den Einträgen „war ungezogen, frech u. heimtückisch“ oder „hat Neigung zum Lügen“. Auch das Betragen in der schulfreien Zeit wurde vermerkt. So wurde ein Schüler ermahnt, weil er das örtliche Wirtshaus besucht und in der Öffentlichkeit geraucht hätte.

Das „Censurbuch der Schule zu Krausenbach“ ist eine sozialgeschichtliche Primärquelle ersten Ranges und hilft, den Schulalltag im 19. Jahrhundert in Führungen und weiteren Vermittlungsangeboten des Freilandmuseums zu illustrieren und mit Leben zu erfüllen. Wer einmal selbst erfahren will, wie der Schulalltag vor 1900 ablief, ist herzlich eingeladen, an jedem ersten Samstag im Monat an unserem Unterricht in der Dorfschule teilzunehmen. Diese Schulstunde hinterlässt sicherlich einen bleibenden Eindruck, macht vor allem aber Spaß. Mehr zum Programm

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Landesstelle für die nichtstaatlichen Mussen in Bayern
Bayerische Sparkassenstiftung